5 min 17. Apr 2024 Berichte

Lebendige Generalversammlung des ZSS

Die Generalversammlung der Zürcher Seniorinnen und Senioren (ZSS) am 10.4.2024 war interessant, vergnüglich und beziehungsstiftend. Bei guter Stimmung der zahlreich Teilnehmenden wurden allen Anträgen ohne Diskussion zugestimmt, sodass für den genussvollen zweiten Teil mit Café, Kuchen und süsser, frecher, gefühlsvoller Musik genügend Zeit blieb.

von Peter C. Meyer, Vorstandsmitglied des ZSS

Grusswort von Sylvie Matter über stereotype Altersbilder
Nach der Begrüssung durch die ZSS-Präsidentin Cäcilia Hänni richtete die Kantonsratspräsidentin Sylvie Matter ein anregendes und witziges Grusswort an die zahlreich anwesenden Mitglieder. Sie habe zuerst nach «ZSS» gegoogelt. ZSS kann vieles bedeuten, unter anderem «Zürcher Studenten Skitourenclub» aber eben auch «Zürcher Seniorinnen und Senioren». Wenn sie nun ins Publikum schaue, nehme sie doch eher an, dass sie vor Senior:innen stehe und nicht vor Studierenden. 

Witzig, aber auch problematisch, wie sie selber anmerkte, denn in dieser Einleitung steckt bereits eine stereotype Vorstellung darüber, wer alte Menschen sind – eben keine Skifahrer. Das eine Altersbild: alt, gebrechlich, hilfebedürftig, gebückt, mit Stock. Das andere Altersbild, zum Beispiel in der Werbung: fitte, gesunde, konsumfreudige, sportliche «Best Agers».

Sehr problematisch findet Sylvie Matter die Kampagne «Grosi an Bord», die gedacht ist für mehr Rücksichtnahme und Freundlichkeit gegenüber älteren Menschen im Verkehr. Das Grosi-Bild dieser Kampagne ist aber clichéhaft-stereotyp und zeigt eine alte, naive, hilflose Frau, wie sie vor hundert Jahren gezeichnet wurde – von jungen Männern. Bei der Produktion der Kampagne waren zahlreiche Organisationen beteiligt, aber keine Organisation der betroffenen älteren Menschen. Wieder mal über die Betroffenen, aber ohne sie. 

Kantonsratspräsidentin Sylvie Matter kritisierte das doofe Grosi-Bild der Kampagne «Grosi an Bord»

Nötig wäre, dass bei Kampagnen über ältere Menschen immer Organisationen der Senioren einbezogen würden. Dann hätte es diese Kampagne «Grosi an Bord» nicht mit einem so lächerlich-diskriminierenden Altersbild gegeben. Dafür gibt und braucht es eben den ZSS! Der ZSS würde garantieren, dass nicht über, sondern auch mit den Seniorinnen und Senioren gesprochen, geplant und gehandelt würde. Danke, Frau Matter, genau darum geht es uns im ZSS!

Statutarischer Teil
Die Teilnehmerzahl war an der diesjährigen Generalversammlung weit höher als in den letzten paar Jahren: Anwesend waren 85 Personen (natürliche und juristische), davon 75 Stimmberechtigte. Die Jahresversammlung war gut vorbereitet und wurde von Cäcilia Hänni hervorragend geleitet. Alle Anträge des Vorstandes wurden einstimmig angenommen.

Alle Anträge wurden einstimmig angenommen. Die Stimmenzähler hatten nichts zu tun (alle Fotos der GV von René Hoppeler)

Highlights aus dem Jahresbericht
Der Text des Jahresberichtes wurde den Mitgliedern im Voraus verschickt, sodass Cäcilia Hänni nur auf einige Highlights des Jahres einging:

Die Anzahl Mitglieder hat sich 2023 nur wenig verändert, da etwa gleichviele Personen eintraten wie austraten, einschliesslich der gestorbenen Mitglieder, an die in der GV mit einer Schweigeminute gedacht wurde. Ziel für 2024 ist, deutlich mehr Mitglieder zu werben. 300’000 Personen im Kanton Zürich sind im Alter von 60+ und damit potentielle Mitglieder des ZSS. Seit Anfang 2024 sind die meisten Anlässe des ZSS auch für Nicht-Mitglieder offen. Für Mitglieder sind die Anlässe gratis oder stark vergünstigt. Nicht-Mitglieder bezahlen einen kostendeckenden Preis.

Für den ZSS ist die Zusammenarbeit mit Fachgremien und Behörden sehr wichtig, insbesondere das jährliche Gespräch mit den für das Alter zuständigen Regierungsratsmitglieder Mario Fehr und Natalie Rickli und deren Chefbeamt:innen.

Die Kommunikation des ZSS wurde und wird laufend ausgebaut: Nachdem sich unser neues Magazin «Wir Senior:innen» im zweiten Jahr gut etabliert hat, wurde eine neue Webseite aufgebaut und ein Newsletter eingeführt. 2024 werden wir auch präsent sein in den Social Media, primär auf Facebook.

Die Finanzlage konnte von unserem Quästor Urs Müller als «zufriedenstellend» bezeichnet werden: Der Aufwand betrug 2023 gleich wie der Ertrag gut 105’000 Franken bei einem ganz kleinen Gewinn von 5 Franken.

Cäcilia Hänni verdankt und verabschiedet Urs Müller

Änderungen im Vorstand und bei der Kontrollstelle
Zwei verdienstvolle Vorstandsmitglieder traten zurück und wurden an der GV gewürdigt:
Urs Müller war 8 Jahre lang im Vorstand und dabei verantwortlich für die Finanzen, die er immer zuverlässig und erfolgreich gemanagt hat.
Silvio Seiler war 4 Jahre lang Mitglied im Vorstand und dabei kreativ tätig in der Redaktion unseres Magazin. Er wird in der Redaktion weiterhin mitarbeiten.

Die anderen sechs bisherigen Vorstandsmitglieder bleiben dabei, vier von ihnen wurden nach Ablauf der zweijährigen Amtsperiode einstimmig wiedergewählt.

Seit Sommer 2023 werden wir unterstützt von René Hoppeler und Erich Kohler, die neu im Vorstand als Beisitzer mitarbeiteten und nun an der GV auch offiziell gewählt wurden.

Urs Bösch wurde als Nachfolger von Urs Müller zum neuen Verantwortlichen für Finanzen in den Vorstand gewählt.

Sechs Jahre lang hat Armin Daume im Hintergrund korrekt und unterstützend als Revisor für den ZSS/ZRV gearbeitet. Als seine Nachfolgerin wurde Monika Widmer gewählt. Zwei Revisoren bleiben in der Kontrollstelle des ZSS und wurden wiedergewählt.

Cäcilia Hänni verdankt Silvio Seiler, der aus dem Vorstand austritt, aber in der ZSS-Redaktion bleibt.

Zvieri mit wunderschönem Konzert des «Duo Les Canaches»
Nach dem statutarischen Teil konnten die Teilnehmenden tolle Musik mit Café und Kuchen geniessen.

Die grandiose Sopranistin Nina Widmer kam mit ihrer tollen Stimme in ungeahnte Höhen; problemlose könnte sie wohl auch als Königin der Nacht in der Oper Zauberflöte singen. Die virtuose Akkordeon-Spielerin und Sängerin Cindy Schwemmer hat bewiesen, dass es für mitreissende Musik kein ganzes Orchester braucht. Die Lieder des Duos stammten aus verschiedenen Ländern Europas. Immer ging es um grosse Gefühle: Liebe, Sehnsucht, Trauer, Eifersucht, eben alles, was zum inbrünstigen Singen anregt. Ganz am Schluss kamen dann noch bekannte Deutschschweizer Lieder dazu, bei denen einige Leute des Publikums mitsangen oder mitsummten.

Das Duo Les Canaches spielt romantische und melancholische Liebeslieder

Oft sind Generalversammlung langweilig und man fragt sich am Schluss, ob man nicht was Besseres hätte tun können. Nicht so beim ZSS: es war interessant, vergnüglich und natürlich auch voll von informellen Gesprächen mit lieben und interessanten Leuten, die man sonst nur selten sieht. Nächstes Jahr wollen alle wieder dabei sein!

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