«Die Erinnerung an meine Frau bleibt»
Am 25. Juni 2026 lud das Tertianum Im Vieri in Schwerzenbach zu einem ganz besonderen Tag der offenen Tür: Im Rahmen einer Vernissage waren berührende Porträts von Gästen ausgestellt.
Text und Bilder: Miriam Bosch
Es gibt Bratwurst und Kartoffelsalat. Ein Popcorn-Wagen wartet auf die ersten Besucher, an einem Glacé-Stand kann man der Hitze für einen Moment ein Schnippchen schlagen. Ballons und Blumen sorgen für ein festliches Ambiente – und doch zieht heute vor allem eines alle Blicke auf sich: eine Reihe von Schwarz-Weiss-Porträts, aufgenommen von der Fotografin Manuela Zoppas.
Emotionaler Besuch in Zürich
Die Fotos zeigen Gäste des Tertianums Im Vieri bei einem Ausflug in die Zürcher Altstadt im Sommer 2025 – Rollator und Gehstöcke inklusive. «Schon die Zugfahrt nach Zürich und die Tramfahrt entlang des Limmatquais waren ein absolutes Highlight für die Teilnehmenden», erzählt Geschäftsführerin Mirjana Bruderer. Der Besuch in der Limmatstadt habe bei den Gästen viele Erinnerungen wachgerufen. Denn alle haben einen engen Bezug zu Zürich.
«Ich habe als junger Erwachsener im Kreis 4 gewohnt», erzählt etwa Walter Knoth. In die Konditorei Schober im Zürcher Niederdorf, heute als Café & Conditorei 1842 geführt, sei er vor dem gemeinsamen Ausflug im letzten Sommer allerdings noch nie eingekehrt. «So etwas Exklusives erlebt man nicht alle Tage!»
Erinnerungen, die bleiben
Auch Max Kaufmann kennt die Zwinglistadt wie seine Westentasche. «Ich habe 1948 am Rennweg meine Lehre zum Eisenwarenhändler begonnen», sagt er. Später dann habe er an der Bahnhofstrasse gearbeitet. «Ich war allerdings nie mit Zug und Tram, sondern immer mit dem Auto unterwegs. Ich hatte sogar einen eigenen Parkplatz – mitten in der Stadt!» Für den 93-Jährigen ist die Vernissage besonders emotional. «Meine Frau war bei dem Ausflug nach Zürich auch dabei. Sie ist im vergangenen Dezember gestorben. Die Fotos sind für mich eine wunderschöne Erinnerung an einen besonderen Tag, den wir gemeinsam erleben durften.»