Ein Abschied und zwei Zugänge im ZSS-Vorstand
An der 41. GV von ZSS sind alle Traktanden kommentarlos genehmigt worden. Martin Bornhauser, Vorstandsmitglied und Sekretär ist nach acht Jahren im Amt verabschiedet worden. Kantonsratspräsident Beat Habegger hielt eine prägnante Rede, und Comedian Hampi Krüsi sorgte mit seinen Auftritten für Erheiterung.
Text und Fotos Barbara Gasser, ZSS-Vorstandmitglied
ZSS-Präsidentin Cäcilia Hänni würdigte den langjährigen Sekretär Martin Bornhauser mit persönlichen Worten und einem passenden Abschiedsgeschenk. Sie lobte seine Loyalität, sein präzises Arbeiten und seine Zuverlässigkeit. «Ich war von Anfang an sehr dankbar für seine Unterstützung, als ich 2019 das Präsidium von ZSS übernommen hatte.» Martin Bornhauser war massgeblich an der Modernisierung der Vereinsstruktur beteiligt. Auch von seiner politischen Erfahrung profitierte der Vorstand immer wieder. Er sei ein Dienstleister für den Vorstand und die ZSS-Mitglieder gewesen, und sein Engagement habe weit mehr als 50 Prozent umfasst. «Martin Bornhauser war während acht Jahren rund um die Uhr erreichbar gewesen.» Als Zeichen der Wertschätzung überreichte sie ihm einen Gutschein der Dampfbahn der Furka Bergstrecke. Und er wurde zum Ehrenmitglied gewählt.

Martin Bornhauser erwähnte seine abnehmende Leistungsfähigkeit als Hauptgrund für den Rücktritt. «Mit 76 Jahren entschleunigt sich mein Lebensrhythmus. Ich verabschiede mich von ZSS, bevor sich Fehler einschleichen.» Er habe seine Arbeit immer gern gemacht. «Ich bin aber überzeugt, dass meine Aufgaben nun von Daniel Kunz und Rosmarie Steinmann auf gute Art weitergeführt werden.»
Erfahrung mit Freiwilligenarbeit
Rosmarie Steinmann, die zusammen mit Daniel Kunz an der GV neu in den ZSS-Vorstand gewählt wurde, bringt Erfahrung in der Vereinsarbeit sowie im Personalbereich und Sekretariatsaufgaben mit. «Ich will etwas fürs Hirn tun», sagte sie. An der GV vor einem Jahr war sie als Teilnehmerin dabei und habe sich gedacht: «Eine Mitarbeit im Vorstand wäre etwas für mich.»


Wie Rosmarie Steinmann, die sich ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen engagiert, ist auch Daniel Kunz, ehemaliger Rektor der Kantonsschule Oerlikon, freiwillig im Einsatz. «Ich begleite Menschen zum Beispiel mit einer Beeinträchtigung», sagte er. Ihm sei bewusst, dass die Messlatte sehr hoch ist, die Martin Bornhauser gesetzt hat. «Ich gehe mit Respekt, Zuversicht und Motivation an meine Aufgaben bei ZSS.» Die 82 Anwesenden wählten die beiden einstimmig in den Vorstand.
Erfreuliche Jahresrechnung
Urs Bösch ist für die Finanzen zuständig und konnte eine Jahresrechnung mit unerwartet hohem Überschuss präsentieren. Dies sei einerseits auf Mehreinnahmen durch die stark angestiegene Zahl der Mitglieder zurückzuführen und andererseits auf kostensparende effizientere Abläufe und vermehrte Eigenleistungen etwa bei der Alterskonferenz. Statt des budgetierten ausgeglichenen Ergebnisses resultiert ein Ertragsüberschuss von rund 9400 Franken bei einem Aufwand von 105’800 Franken und einem Ertrag von 115’200 Franken.
ZSS-Auftritt passt gut
Kantonsratspräsident Beat Habegger hatte seine Rede für die ZSS-GV in den Skiferien vorbereitet. Seine Kinder fanden, dass dieser Auftritt gut zu ihm passe, ist er doch im Herbst letzten Jahres 50 Jahre alt geworden. Er wies darauf hin, dass das Alter nicht erst mit Erhalt der AHV beginne, sondern eine kulturelle Prägung sei, die kontinuierlich passiere. «Alte Menschen sind keine homogene Gruppe», sagte er, «sondern lebenserfahrene Frauen und Männer mit einer starken Meinung.»

Er gratulierte ZSS zum erfolgreichen Geschäftsjahr. «Es geht darum, Generationen zu verbinden, Wohlstand und Freiheit zu erhalten und weitreichende Entscheidungen zu treffen.» ZSS sei weit mehr als eine Interessengemeinschaft, sondern biete Perspektiven der Würde für ein selbstbestimmtes Leben und möglicherweise auch für das Lebensende.
Leute zum Lachen bringen
Der ehemalige Pressesprecher der Kantonspolizei St. Gallen Hanspeter Krüsi unterhält jetzt das Publikum mit schrägen Sprüchen. An der ZSS-GV trat er als Pöstler auf und erzählte unter anderem eine Anekdote aus dem Leben von Cäcilia Hänni. Dies habe letztes Jahr 4623 Weihnachtskarten verschickt. «Stellen Sie sich vor, was das für eine Belastung für die Post war! Und was das Porto kostet!» Er habe dann dafür gesorgt, dass alle zurück an die Absenderin gingen.

Krüsi ist seit Anfang Februar dieses Jahres pensioniert. «Während meiner Berufszeit habe ich in menschliche Abgründe gesehen, und auch physische Gewalt war oft ein Thema. Das geht nicht spurlos ein einem vorüber.» Doch der Humor sei ihm in die Wiege gelegt worden, und jetzt wolle er die Leute zum Lachen bringen. Das ist ihm denn auch bestens gelungen zum Beispiel als er einen langen Satz im Zusammenhang mit Aufnahmeprüfungen für eine Stelle bei der Post zehnmal hintereinander mit hoher Geschwindigkeit sagte. Er kann aber auch spontan das Publikum miteinbeziehen, was ihm an der GV mit einer ursprünglich aus Österreich stammenden Dame gut gelungen ist. Dabei bewies er auch gleich noch seine Fähigkeit, mühelos nicht nur von einem Dialekt zum anderen zu wechseln, sondern eben zum Beispiel auch von Schweizerdeutsch ins Österreichische.
