3 min 2. Juli 2026 Kultur

Greifensee – seine Geschichte und sein Schloss

Greifensee hat noch heute einen sehenswerten historischen Ortskern, den es den Freiherren von Landenberg zu verdanken hat. Über 40 ZSS-Mitglieder machten sich an zwei Juni-Nachmittagen auf den Weg nach Greifensee, um interessante Details über den beschaulichen Ort zu erfahren.

Text und Fotos Barbara Neff, ZSS-Vorstandsmitglied

Die Führung mit Max Stierlin, Historiker und Soziologe, beginnt bei der reformierten Kirche Greifensee, auch St. Gallus-Kapelle genannt. Es handelt sich um eine gotische Kleinstadtkirche mit dem ungewöhnlichen Grundriss eines Viertelkreises. Die 1344 errichtete Wehrkirche war in die Stadtmauer einbezogen, und ein Spitztürmchen mit einer Sonnenuhr dominiert die Fassade. Über dem einzigen Mittelpfeiler im Innenraum entfaltet sich ein prachtvolles Sterngewölbe. Nebst den architektonischen Besonderheiten gibt es auch viel «Geschichtliches» zu erfahren.

Die Kirche verfügt über einen ungewöhnlichen Grundriss.

Erste Landvogtei der Stadt Zürich

Hermann II. von Landenberg nannte sich ab 1300 von Landenberg-Greifensee und erlebte in den Diensten von König Albert als Verwaltungssekretär und Marschall einen bemerkenswerten gesellschaftlichen und politischen Aufstieg.Der Ort Greifensee ist rund um das Schloss Greifensee entstanden, dessen Vorgängerbau vermutlich bereits im 12. Jahrhundert durch den Grafen von Rapperswil zur Herrschaftssicherung im frühen 13. Jahrhundert errichtet und 1402 an die Stadt Zürich verpfändet wurde. So wurde das Städtchen Greifensee zur ersten Landvogtei der Stadt Zürich. Die Landvögte wirkten hier als Statthalter.

Im Mai 1444 wurden Städtchen und Schloss von Eidgenossen belagert und der Alte Zürichkrieg (1436 – 1450) endete für Greifensee mit einer Katastrophe. Das Städtchen wurde angezündet und 62 von 64 Verteidigern wurden in Nänikon enthauptet. Erst 1520 wurden Schloss und Städtchen wieder aufgebaut.

Das Schloss und das Städtchen haben eine bewegte Geschichte hinter sich.

Nach vielen Besitzerwechseln ging das Schloss Greifensee Anfang des 19. Jahrhunderts dem Zerfall entgegen. Schliesslich kam es 1935 wieder in den Besitz des Kantons Zürich, welcher es 1990 der Stiftung Schloss Greifensee als Ort der kulturellen Begegnung und Weiterbildung verpachtete.

Heute ist das Schloss ein Ort der kulturellen Weiterbildung.

Flarzhäuser im Städtli

Auf dem weiteren Spaziergang durch den Ortskern begegnet man wunderschönen alten Flarzhäusern, zum Beispiel dem Sydefädeli, dem Landenberghaus oder dem Bauernhaus Walder. Das markante Walder-Gebäude prägt mit seiner steil neben der Strasse ansteigenden, mit Feld- und Bruchsteinen ausgemauerten Giebelfassade den südöstlichen Dorfeingang. Elemente verschiedener Bau-, Konstruktionsweisen und Stile haben sich zu einem harmonischen, während 400 Jahren gewachsenen, Gebilde zusammengefunden, das ein imposantes Satteldach krönt.

Das markante Walder-Gebäude prägt den südöstlichen Dorfeingang.

Bevor die Teilnehmenden der Führung zu einem kleinen Zvieri ins Beizli Landenberghaus gehen, fasst Max Stierlin nochmals die wichtigsten historischen Ereignisse von Greifensee zusammen. Es sind viele! Eine schriftliche Zusammenfassung, auch zum Thema «Kleinstädte wie Greifensee», lässt die Teilnehmenden zuhause nochmals einen gedanklichen Spaziergang durch Greifensee machen.

Die Teilnehmenden lauschten interessiert den Ausführungen von Max Stierlin.

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