Wenn die Erinnerung verblasst
Am 15. Oktober kommt der Film «Wenn die Erinnerung verblasst» zum Thema Demenz in die Schweizer Kinos. Er dokumentiert die Entwicklung von Alzheimer am Beispiel von Birgitta Martensson, ehemalige Direktorin von «Alzheimer Schweiz».
Barbara Gasser, ZSS-Vorstandsmitglied
Die Dokumentarfilmerinnen Marianne Pletscher und Martina Riederer haben im August 2023 mit den ersten Dreharbeiten zum Film «Wenn die Erinnerung verblasst» begonnen. Ein Filmteam hat die vor elf Jahren an Alzheimer erkrankte Brigitta Martensson während rund drei Jahren begleitet. Entstanden ist eine Dokumentation über eine Frau, die trotz ihrer zunehmenden Beeinträchtigungen weder ihren Optimismus noch ihren Humor verloren hat.
Unterstützt von der Freundin
Brigitta Martenssons beste Freundin Christiane unterstützt sie lange Zeit. Sie kennen sich seit 50 Jahren. Das vertraute Verhältnis der beiden Frauen kommt im Film sehr gut zur Geltung. Die Erkrankte weiss sehr genau, was mit ihr passiert. Sie war 15 Jahre lang Direktorin von «Alzheimer Schweiz», eine Organisation, die über die Krankheit informiert, beratend wirkt und Menschen mit Demenz und deren Angehörige unterstützt. Lange vor der offiziellen Diagnose ahnte Brigitta Martensson, dass sie betroffen ist. Ihre Mutter und ihre ältere Schwester waren an Alzheimer erkrankt und vermutlich auch ihre jüngere Schwester.
Die zunehmend dement werdende Frau legt grossen Wert darauf, ein gutes Leben zu haben. Obwohl sie vieles vergisst und sich öfter mal verirrt, tritt sie öffentlich an Podien und bei Gesprächsgruppen auf und spricht offen über ihre Krankheit. Sie möchte damit aufzeigen, wie lange man gut mit Alzheimer leben kann. Dabei ermutigt sie andere Betroffene, frühzeitig eine Diagnose einzuholen, damit sie das weitere Leben rechtzeitig planen können. Sie selber weiss auf Grund ihrer früheren Arbeit sehr genau, wie die Krankheit endet. Doch für sie ist klar: In ein Pflegeheim will sie nicht. Vielmehr denkt sie an Sterbehilfe. Nachdem sie fast drei Jahre lang unter Beobachtung des Teams um die beiden Dokumentarfilmerinnen war, sagte sie: «Jetzt reicht es dann.» Der Film lässt offen, was das bedeutet.

Marianne Pletscher hat über 40 mittellange und lange Dokumentarfilme zu sozialen Themen im In- und Ausland gemacht, unter anderem die Filme «Glück im Vergessen?» und «Behütet ins gemeinsame Boot» mit Demenzerkrankten, das Video «Sinn und Hoffnung finden» für Angehörige von Alzheimer-Betroffenen und zusammen mit Irene Bopp das Buch «Da und doch so fern» für Angehörige herausgegeben.
Martina Rieder hat mehrere kurze und mittellange Dokumentarfilme gemacht und wurde für ihren Kinofilm «Unerhört Jenisch» schweizweit bekannt.