5 min Ausgabe Nr. 2 | 2026

Ein Schritt, der bewegt

Viele Seniorinnen und Senioren sind heute aktiver denn je. Termine, Hobbys, Enkelkinder oder Reisen – der Alltag ist oft abwechslungsreich und erfüllt. Gerade in dieser Vielfalt kann es bereichernd sein, neben persönlichen Interessen auch Raum für etwas Gemeinschaftliches zu schaffen: für eine Tätigkeit, die verbindet, entschleunigt und neue Perspektiven eröffnet.

Sinnvoll aktiv – und bewusst entschleunigen

Der Ruhestand hat sich verändert. Viele Menschen bleiben auch nach der Pensionierung engagiert, neugierig und unterwegs. Der Kalender ist gefüllt, die Tage sind strukturiert. Gleichzeitig wächst bei manchen der Wunsch nach etwas, das sich anders anfühlt: weniger Verantwortung, mehr Sinn. Weniger Tempo, mehr Begegnung. Freiwilliges Engagement kann genau hier ansetzen. Es schafft einen bewussten Gegenpol zum oft dichten Alltag – ohne zusätzlich zu belasten. Statt Leistungsdruck stehen Begegnungen und das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. Gerade Seniorinnen und Senioren bringen dabei viel mit: Lebenserfahrung, Verlässlichkeit und ein gutes Gespür für Menschen. Fähigkeiten, die in vielen Bereichen gefragt sind.

Kleine Beiträge mit grosser Wirkung

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu leisten. Oft sind es die kleinen, regelmässigen Beiträge, die den Unterschied machen: ein Besuch, ein offenes Ohr oder das Mithelfen bei einfachen Aufgaben. Dinge, die Zeit und Aufmerksamkeit brauchen – und genau dadurch wertvoll sind. In der Schweiz engagiert sich ein grosser Teil der Bevölkerung freiwillig. Die Möglichkeiten sind vielfältig und lassen sich meist gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen – ob regelmässig oder gelegentlich. Ein Beispiel dafür ist der Zürcher Tierschutz. Insgesamt engagieren sich bei uns gut 80 Freiwillige in ganz unterschiedlichen Bereichen. Einige sind regelmässig als Hundespaziergänger:innen unterwegs, andere verbringen Zeit mit Katzen als Katzenstreichler:innen, kümmern sich im GreenTeam um die Wildtieroase rund um das Gebäude oder unterstützen uns bei Kindergeburtstagen. Wieder andere bringen ihre Fähigkeiten als Trainer:innen ein, helfen als Allrounder im Gebäude oder engagieren sich punktuell in Projekten. An grösseren Anlässen wie den «Tagen der offenen Türchen» sind sogar bis zu 120 Freiwillige im Einsatz. Dieser Beitrag ist für unseren Verein – wie auch für viele andere Nonprofit-Organisationen – enorm wichtig. Ohne freiwillige Unterstützung könnten zahlreiche unserer Aufgaben und Angebote schlicht nicht umgesetzt werden. Was viele überrascht: Freiwilligenarbeit kann auch entlasten. Sie schafft Inseln im Alltag, die anders funktionieren. Termine werden nicht als Pflicht erlebt, sondern als etwas, worauf man sich freut. Einer unserer Hundespaziergänger, der noch voll im Berufsleben steht und CEO einer grossen Firma ist, hat es einmal sehr treffend beschrieben, wie ein solcher Einsatz mit der Zeit ganz selbstverständlich in den eigenen Wochenrhythmus hineinwächst und körperlich wie mental guttut. Gerade darin liegt für viele eine besondere Qualität: Man ist nicht einfach beschäftigt, sondern sinnvoll tätig.

Begegnungen, die bleiben

Nicht zuletzt entstehen durch freiwilliges Engagement neue Kontakte. Menschen begegnen sich, kommen ins Gespräch und teilen Erlebnisse. Daraus können Verbindungen entstehen, die den Alltag bereichern. Gerade im späteren Lebensabschnitt kann es unglaublich wertvoll sein, solche Begegnungen zu pflegen und gemeinsam Teil von etwas zu sein – und gebraucht zu werden. Hinzu kommt etwas, das im Alltag oft zu kurz kommt: der Blick weg von sich selbst. Wer sich für andere einsetzt, richtet die Aufmerksamkeit auf eine gemeinsame Aufgabe. Das kann entlastend sein. Man ist für ein paar Stunden nicht nur mit eigenen Terminen, Plänen, Gedanken oder Erwartungen beschäftigt, sondern mit etwas Konkretem, das zählt. Der Einstieg ist meist einfacher als gedacht. Viele Organisationen bieten die Möglichkeit, unverbindlich hineinzuschauen und verschiedene Tätigkeiten kennenzulernen. So lässt sich in Ruhe herausfinden, was passt. Gleichzeitig lohnt sich ein realistischer Blick: In vielen Organisationen – wie auch bei uns im Zürcher Tierschutz – sind die Plätze begrenzt, weil sich bestehende Freiwillige oft über Jahre hinweg engagieren. Das zeigt, wie erfüllend solche Einsätze sein können – bedeutet aber auch, dass Geduld gefragt ist. Es lohnt sich deshalb, regelmässig nach offenen Möglichkeiten zu schauen oder sich mit eigenen Ideen zu melden. Manchmal entstehen daraus ganz neue Aufgaben oder Projekte. Wichtig ist vor allem, sich nicht unter Druck zu setzen. Freiwilliges Engagement soll bereichern, nicht zusätzlich fordern. Es darf leicht sein, flexibel und den eigenen Bedürfnissen angepasst. Es muss nicht gleich ein grosses Amt oder eine langfristige Verpflichtung sein. Oft genügt ein überschaubarer Einstieg, aus dem sich mit der Zeit mehr entwickeln kann. Denn manchmal reicht ein erster kleiner Schritt. Und daraus entsteht etwas, das bleibt: Begegnungen, neue Routinen – und das schöne Gefühl, Gutes zu tun.

Eine Bereicherung – für beide Seiten. © Zürcher Tierschutz
Eine Bereicherung – für beide Seiten. © Zürcher Tierschutz

Lust, selbst aktiv zu werden?
Unter zuerchertierschutz.ch/freiwilligenarbeit finden Sie die Einsatzmöglichkeiten. Achtung: Wegen hoher Nachfrage sind die verfügbaren Plätze schnell vergeben. Regelmässig vorbei schauen lohnt sich. Haben Sie eigene Ideen? Dann melden Sie sich unter freiwillig@zuerchertierschutz.ch Zürcher Tierschutz Zürichbergstrasse 263, 8044 Zürich Tel: 044 442 14 00 E-Mail: info@zuerchertierschutz.ch

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