Kann Ernährung unser Gehör unterstützen?

Gesunde Ernährung ist nicht nur wichtig für Herz und Kreislauf, sie kann auch das Gehör positiv beeinflussen. Wer bewusst isst, senkt das Risiko für Hörverlust und unterstützt die empfindlichen Strukturen im Innenohr. Die gute Nachricht: Schon kleine Veränderungen im Speiseplan können viel bewirken.

Teil 8

U. Jehle Brühlmann, Dr. med.
Fachärztin FMH ORL,
Hals- und Gesichtschirurgie

Hansueli Müller
Hörakustiker mit eidg. Fachausweis, dipl. Pädakustiker AHAKI bei Neuroth

Mineralstoffe – kleine Helfer für starke Ohren

  • Kalium hält den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht und unterstützt die Funktion des Innenohrs. Ideal: Bananen, Spinat, Kartoffeln, Tomaten, Orangen, Milchprodukte.
  • Eisen kann das Hörvermögen unterstützen. Geeignete Lieferanten: Leinsamen, Fisch, Leber.
  • Zink stärkt das Immunsystem und kann Ohrinfektionen vorbeugen. Zinkmangel steht oft in Zusammenhang mit Tinnitus. Gute Quellen: Linsen, Nüsse, Eier.
  • Folsäure fördert die Zellerneuerung und sorgt für gesunde Gefässe – wichtig für die Hörbahn. Vorkommen: Brokkoli, Bohnen, Spargel. 
  • Magnesium schützt vor lärmbedingten Schäden und reguliert die Gefässspannung. Tipp: Nüsse, Vollkornprodukte, dunkle Schokolade.

Vitamine – Schutz für Haarzellen und Hörnerven
Die Vitamine A, C, E und Beta-Carotin wirken wie ein Schutzschild gegen oxidativen Stress. Sie finden sich in Karotten, Spinat, Feldsalat sowie in Eiern und Leber. Vitamin B12 arbeitet eng mit Folsäure zusammen und ist wichtig für die Hörnerven. Auch entscheidend ist Vitamin B3, das als Nicotinsäure und Nicotinamid vorkommt. Ein Mangel erhöht das Risiko für altersbedingten Hörverlust. Gute Quellen: Fleisch, Fisch, Eier, angereicherte Milchprodukte.

Wichtig: Vitamine und Mineralstoffe erhalten die Hörstrukturen, können aber bereits geschädigte Haarzellen nicht vollständig regenerieren.

Was besser in Massen bleibt
Zu viel Zucker erhöht das Risiko für Diabetes und damit auch für eine Hörminderung. Wer seinen Blutzucker im Griff hat, schützt die empfindlichen Blutgefässe im Innenohr. Auch übermässiger Alkohol und sehr viel Koffein können die Durchblutung verschlechtern. Moderate Mengen sind für die Hörstärke jedoch unbedenklich.

3 einfache Wechsel für besseres Hören

  • Statt Chips → Kürbiskerne (Zink und Magnesium)
  • Statt Weissbrot → Vollkornprodukte (Magnesium)
  • 1 × wöchentlich fetter Fisch statt Wurst
  • Täglich eine Portion Beeren (Antioxidantien)

Expertenrat
«Gesunde Ernährung ist auch ein Beitrag zum Hörschutz», betont Hansueli Müller, Hörakustiker mit eidg. Fachausweis, dipl. Pädakustiker AHAKI bei Neuroth.

Auch Dr. med. U. Jehle Brühlmann, Fachärztin FMH für ORL, ergänzt: «Vitamine und Mineralstoffe spielen eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Haarzellen und der Durchblutung im Innenohr.»

Was wir noch für gesunde Ohren beachten können
Capsaicin, der Scharfstoff in Chili, fördert eine bessere Durchblutung und könnte so die empfindlichen Haarzellen im Ohr unterstützen. Für Experimentierfreudige eignen sich auch pflanzliche Extrakte wie Kiefernrinde oder Ginkgo, die die Innenohr-Durchblutung positiv beeinflussen können. Ein gesicherter Nutzen ist jedoch nicht eindeutig bewiesen – nehmen Sie sie daher nur ergänzend zu einer ausgewogenen Ernährung ein.

Fazit – Ihr Teller als Hörschutz
Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Mineral­stoffen und Antioxidantien ist ein wichtiger Baustein für gutes Hören. Wer bewusst isst und Blutzucker sowie Blutdruck im Blick behält, kann das Risiko für Hörverlust senken und die Hörgesundheit langfristig fördern.

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