Warum neue Begegnungen im Alter wichtig bleiben

Teil 1

Neue Kontakte, gute Gespräche und Nähe bleiben auch im Alter wichtig. Doch wie entstehen Begegnungen heute und warum sind sie mehr als Geselligkeit?

Von Valentin Tschudin und Alexander Knöbel

Begegnung gehört zu einem guten Leben

Was braucht es für ein gutes Leben im Alter? Gesundheit, Sicherheit und Selbstständigkeit gehören dazu. Doch ebenso wichtig ist das Gefühl, verbunden zu sein. Gibt es Menschen, mit denen man Gedanken teilen, lachen und den Alltag erleben kann? Selbst Fachorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation oder die Gesundheitsförderung Schweiz weisen darauf hin, wie wichtig Kontakte für die Gesundheit sind – und wie stark Isolation die Lebensqualität beeinträchtigt. Denn menschliche Begegnung ist weit mehr als ein Zeitvertreib. Sie schafft Austausch, gibt Struktur und vermittelt Zugehörigkeit. Wer sich eingebunden fühlt, erlebt den Alltag oft stabiler und erfüllter.

Einsamkeit ist nicht Alleinsein

Nicht jedes Alleinsein ist belastend. Die Organisation Pro Senectute weist darauf hin, dass Alleinsein nicht automatisch mit Leiden verbunden ist. Viele Menschen schätzen Unabhängigkeit, Ruhe und die Möglichkeit, den Alltag selbst zu gestalten. Doch wenn über soziale Kontakte im Alter gesprochen wird, fällt oft ein Begriff: Einsamkeit. Und auch in der Schweiz zeigt sich, dass Einsamkeit keine Ausnahmeerscheinung ist. Laut Pro Senectute fühlt sich in der Schweiz circa jede vierte Person über 55 einsam, rund 444 500 Menschen. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan beschreibt Einsamkeit dabei als Stresserfahrung, die sich nicht über die Zahl der Kontakte definiert, sondern mit als unzureichend empfundenen Beziehungen zusammenhängt. Nicht jeder Mensch mit vielen Kontakten fühlt sich verbunden und nicht jede alleinstehende Person ist einsam. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Beziehungen, sondern dass sie als nah und ausreichend erlebt werden.

Wenn sich das Leben verändert

Warum kann Begegnung im Alter neu an Bedeutung gewinnen? Ein Grund liegt in den biografischen Veränderungen. Beziehungen und Begegnungen entstehen in verschiedenen Lebensphasen auf ganz unterschiedliche Weise. In jüngeren Jahren entstehen viele Kontakte in Schule, Ausbildung, Beruf, über Familie oder gemeinsame Freundeskreise. Später verändert sich das. Der berufliche Alltag entfällt, Kinder leben ihr eigenes Leben. Freundeskreise schrumpfen und Partnerinnen oder Partner versterben. Auch gesundheitliche Einschränkungen führen zu einem verkleinerten Bewegungsradius. Was früher selbstverständlich war, braucht plötzlich mehr Initiative. Doch gerade in Phasen des Umbruchs helfen neue Kontakte, Stabilität zu schaffen, neue Routinen zu entwickeln und den Alltag aktiv zu gestalten.

Mehr Lebensqualität durch soziale Verbundenheit

Menschen suchen Begegnung nicht nur, weil ihnen etwas fehlt. Oft geht es um Neugier, Offenheit oder den Wunsch nach neuen Erfahrungen. Vielleicht entstehen daraus Freundschaften, gemeinsame Aktivitäten und gute Gespräche. Und eventuell sogar eine neue Partnerschaft. Doch nicht jede Begegnung muss eine grosse Veränderung bedeuten. Manchmal reicht das Gefühl, verstanden zu werden. Oder festzustellen, dass jemand ähnliche Gedanken teilt. Neue Kontakte können den Alltag bereichern, ohne dass daraus etwas Bestimmtes entstehen muss.

Auch digitale Möglichkeiten gehören dazu

Während Begegnungen früher meist im Alltag entstanden, gibt es heute zusätzliche Wege. Vereine, Kurse, Veranstaltungen oder freiwilliges Engagement bleiben wichtige Orte für neue Kontakte, zeitgleich spielt der digitale Raum eine zunehmende Rolle. So zeigt die Studie Digital Seniors 2025 von Pro Senectute, dass 89 Prozent der Menschen über 65 in der Schweiz online sind. Dabei ersetzt das Digitale persönliche Nähe nicht, kann aber neue Türen öffnen. Das gilt besonders für Menschen, deren Alltag weniger spontane Begegnungen bietet oder deren Mobilität eingeschränkt ist. Wichtig ist vor allem ein selbstbestimmter Umgang. Nicht jede Möglichkeit muss genutzt werden, aber es ist gut zu wissen, dass es sie gibt.

Offenheit kennt kein Alter

Der Wunsch nach Verbindung ist keine Frage des Alters. Er ist Ausdruck einer Realität, in der Menschen länger leben, eigenständig bleiben und Beziehungen bewusst gestalten. Begegnungen bedeuten dabei nicht automatisch einen Neuanfang und sind kein Zeichen dafür, dass zuvor etwas gefehlt hätte. Oft sind sie Ausdruck von einem Leben in Bewegung. Ob daraus Freundschaft, emotionale Nähe oder ein gutes Gespräch entsteht, bleibt offen. Menschen möchten sich in jedem Alter austauschen, verstanden fühlen und Beziehungen erleben, analog wie digital. Entscheidend ist dabei nicht, wo eine Begegnung beginnt. Sondern dass sie in jedem Alter möglich ist.

Über DuoLivo
DuoLivo ist eine Plattform für Menschen 50+, die neue Kontakte, Freundschaften oder Partnerschaften suchen. Die Plattform wurde von der SWARETIQ GmbH entwickelt, einem Schweizer Unternehmen mit Sitz in Basel, das digitale Lösungen für gesellschaftlich relevante Themen konzipiert und umsetzt. Im Zentrum von DuoLivo stehen ein respektvoller Umgang, Transparenz sowie ein zugänglicher und sicherer Rahmen für neue Begegnungen im späteren Leben.

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