2 min Ausgabe Nr. 2 | 2026

29 Grad und es wird noch heisser

Wie der Körper auf Wärme reagiert, verändert sich im Laufe des Lebens. Ältere Menschen unterschätzen Hitze manchmal – denn der Körper reagiert mit zunehmendem Alter anders auf hohe Temperaturen als früher.

Von Anja Rüttimann, Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich
Arlett (78) sitzt mit ihrem Kaffee auf dem Balkon. Sie geniesst die Sonne und beobachtet das Treiben draussen. Auf der Baustelle nebenan wischt sich ein Arbeiter um halb zehn den Schweiss ab. Eine Mutter eilt mit rotem Gesicht und Sonnencreme in der Hand ihrem Kind nach. Arlett staunt. So warm kommt es ihr gar nicht vor. Das Thermometer zeigt 29 Grad.

Der Körper reagiert auf Hitze

Was Arlett nicht bewusst ist: Ihr Körper reagiert anders auf Hitze als früher. Der ausgewachsene Körper ist ein guter Klima-Regulator: Wird es warm, weiten sich die Blutgefässe unter der Haut und geben Wärme nach aussen ab. Gleichzeitig kühlt der Schweiss die Haut wie ein feuchtes Tuch. Zudem nimmt das Durstgefühl zu und signalisiert uns, zu trinken, um den Kreislauf in Schwung zu halten. Eine clevere Klimaanlage. Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses System. Gefässe weiten sich langsamer, Schweissdrüsen produzieren weniger Schweiss, das Durstgefühl nimmt ab. Das Gefühl «jetzt ist es richtig heiss» bleibt aus – während das Risiko für Kreislaufprobleme, Schwindel oder im schlimmsten Fall einen Hitzschlag steigt.

Gut durch die Hitzetage

Grund zur Beunruhigung? Nein. Kleine Anpassungen im Alltag helfen. Das Wichtigste: trinken. Einen Krug Wasser auf den Tisch stellen und zum Ziel machen, ihn bis abends zu leeren – der Körper braucht täglich 1,5 bis 2 Liter, ob man Durst spürt oder nicht. Anstrengendes für den Morgen einplanen, luftige Kleidung tragen, und die Wohnung kühl halten. Wer Medikamente nimmt, kann in der Apotheke oder Arztpraxis nachfragen, ob etwas angepasst werden sollte, denn die Wirkung von Medikamenten kann sich bei Hitze verändern. Wer alleine lebt und gesundheitlich angeschlagen ist, hat bei Hitze ein höheres Risiko. Deshalb sind regelmässige telefonische Kontakte und das Annehmen von Unterstützung besonders wichtig.

Mehr Informationen
gesund-zh.ch Unterstützungsangebote
prosenectute.ch srk.ch/zuerich Aerztefon bei Beschwerden
0800 33 66 55

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