4 min 24. Juli 2025 Berichte

Die Heli Teams der Rega sind in 5 Minuten in der Luft

An Spitzentagen fliegen die Rega-Helikopter über 100 Einsätze. Dahinter steckt eine gut funktionierende Organisation. Die Motivation der Mitarbeitende liegt darin, in Not geratenen Menschen zu helfen, ohne zu werten. Der ZSS hat kürzlich 38 Teilnehmenden eine Führung am Rega Hauptsitz in Kloten ermöglicht.

Von Barbara Gasser

Die Notrufnummer der Rega ist 1414. Am 1.4.14 hat Daniel Frei als Einsatzleiter bei der Helikopterzentrale der Rega in Zürich angefangen, ein Datum, das er nicht vergisst. Mit Begeisterung erzählt er dem aufmerksam zuhörenden Publikum wie die Rega funktioniert. «Die Idee dahinter ist, die Medizin rasch zum Patienten zu bringen», erklärt er den Grundgedanken.

Die Rega-Helikopter müssen jederzeit startklar sein. Foto: Barbara Gasser

Innerhalb von fünf Minuten nach der Alarmierung ist die Helicrew in der Luft. In den Anfangszeiten der 1950er-Jahre probierten die Pioniere verschiedene Rettungsmethoden aus. So seien etwa Helikopter mit Ballonkörben ausgestattet worden, um Verletzte zu transportieren. Anhand eines eindrücklichen Films zeigte Frei die Geschichte der Rega auf, die 1952 gegründet worden war. «Seit 1966 existiert die Gönnerschaft, die das finanzielle Fundament der Rega darstellt. Zurzeit können wir auf 3,6 Millionen Gönnerinnen und Gönner zählen», sagt Frei.

Aufmerksam folgen die Teilnehmenden der Filmvorführung. Foto: René Hoppeler

Viele Einsätze in den Bergen
Die Zentrale der Rega in Kloten ist während 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Von dort koordinieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Einsätze der Helikopter der 14 Basen in der Schweiz und die Flüge der drei Jets in die ganz Welt. «Akute Erkrankungen und Rettungen im Gebirge und Hilfe bei allergischen Reaktionen auf Insektenstiche zählen zu den häufigsten Vorkommnissen», erzählt Frei.

Von 14 Basen aus starten die Helikopter zu ihren Einsätzen. Foto: René Hoppeler

Im vergangenen Jahr habe es 1047 Arbeitsunfälle gegeben, bei denen die Rega zu Hilfe kam, 1867 Einsätze ergaben sich nach Unfällen bei der Ausübung von Wintersport und 5300 entfielen auf Krankheiten aller Art. Bei etwa 3000 davon handelte es sich um Verlegungen von einem Spital in ein anderes. Dazu kommen ungefähr 1400 Tierrettungen pro Jahr, die zwar von der Rega organisiert, aber von kommerziellen Helikopterunternehmen durchgeführt werden Manchmal handelt es sich um Transporte von toten Tieren, die nicht einfach liegen gelassen werden können.

Mit den Jets der Rega werden zum Beispiel Verletzte aus dem Ausland zurück in die Schweiz gebracht. Foto: Barbara Gasser
So sieht das Cockpit im Jet aus. Foto: René Hoppeler
Der Passagierraum ist für Krankentransporte bestens ausgerüstet. Foto: René Hoppeler

Damit alle Helikopter und Jets jederzeit einsatzbereit sind, werden sie regelmässig überprüft. Im Hangar im Rega-Center sind Fachleute damit beschäftigt, mögliche Probleme zu erkennen und zu beheben. Die Standardkontrolle erfolgt zweimal pro Jahr und richtet sich nach der Anzahl Flugstunden.

Wie wichtig die fachgerechte Wartung der Helikopter und Jets ist, erklärt Markus Rieder (links) direkt im Hangar. Foto: Barbara Gasser

Jeder vierte Flug ist nachts
Ungefähr jeder vierte Rega Helikopter ist nachts unterwegs. Frei, der im Juli zwei Nächte hintereinander für die Einsatzkoordination zuständig war, musste einmal 9 und einmal 13 Flüge organisieren. Die Königsdisziplin sei eine Rettung mit der Seilwinde, wenn es dunkel ist. Das war in einem zweiten Film zu hören, in dem Teammitglieder zu Wort kamen, die im Helikopter mitfliegen. Sie alle haben sich der einen Aufgabe verschrieben Menschen in Not zu helfen.

Immer wieder wurde betont, dass sie helfen und nicht richten, egal wie leichtsinnig oder verantwortungslos jemand in eine bedrohliche Situation geraten ist. «Es gibt nichts, was es nicht gibt», stellt Frei fest. «Vom Transport eines Neugeborenen bis zu einer Rettung aus dem Wasser ist alles dabei.» Wer bei der Rega arbeitet, muss in guter körperlicher und psychischer Verfassung und für Teamwork geeignet sein. Manchmal geht es um Leben und Tod, die Sicherheit steht immer an erster Stelle. «Wir geben immer unser Bestes», wurde von den im Film zitierten Mitarbeitenden immer wieder betont.

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