4 min 13. Nov 2023 Berichte

Rundgang durch die TV-Studios am Leutschenbach

«Guten Abend, hier ist die Hauptausgabe der Tagesschau des Schweizer Fernsehens». Diesen Satz hören und sehen täglich im Schnitt 750 000 Zuschauerinnen und Zuschauer an ihrem Fernsehgerät. Wie viele Menschen bewältigen welche Aufgaben in welchen Räumlichkeiten, bis eine Tagesschau ausgestrahlt werden kann?

Text: Barbara Neff / Fotos René Hoppeler

Mehr als 50 Mitglieder des ZSS wollen am 8. November von einem sehr erfahrenen und versierten Führungsteam Informationen zum Fernsehmachen erhalten.

SRF-Studio 1

Im Hauptstudio Zürich Leutschenbach werden sämtliche Fernsehprogramme von SRF produziert. Ausserdem sind hier die Direktion, die Direktionsbereiche und diverse Abteilungen wie Distribution, Finanzen, Produktion und Technologie angesiedelt. Gesamthaft gibt es beim SRF ca. 2‘200 Vollzeitstellen in über 50 Berufsgruppen. Zu vergeben sind auch jährlich 22 sehr begehrte Lehrstellen.

Nach einem sehr freundlichen Empfang in der Publikumszone werden wir vom Führungsteam auf diverse Sicherheitsregeln hingewiesen, bevor es zu einem kleinen Einführungsfilm „Moderatorinnen und Moderatoren vor und nach ihrem Auftritt“ geht. Bekannte Gesichter erzählen, womit sie vor oder nach ihrer Moderation beschäftigt sind, wie sich die Livesendungen von den Aufzeichnungen unterscheiden und was es bedeutet, wenn das Licht beim Eingang des Studios auf Rot steht. Nein, dann kommt nicht die Feuerwehr – dann ist die Sendung „live“.

Schnell werden wir durch lange Gänge, vorbei an Garderoben und zahlreichen andern Räumlichkeiten geführt, bis wir vor dem Studio 1 stehen, mit 1‘000 m2 das grösste Studio, welches hauptsächlich den Samstagabend-Sendungen wie z.B. „Happy Day“ dient.

Einblick in den Beleuchtungsbahnhof

Es blinkt kein Licht vor dem Studio, auch kein blaues. Dies würde nämlich bedeuten, dass wir alle einen Helm aufsetzen müssten, weil im Beleuchtungsbahnhof, sprich an der Decke die Scheinwerfer montiert würden. Also rein in das grosse Studio, wo in diesem Augenblick die Geburtstagssendung „40 Jahre SRF 3“ vom 11. November vorbereitet wird. Wir verfolgen den Tontest und das hektische Treiben der vielen Mitarbeitenden, die alle ihre eigene Aufgabe in diesem schon in den schönsten Farben ausgeleuchteten Saalhaben 

120 Personen, 150 Scheinwerfer, 7 Kameras und 400 Zuschauer sind z.B. bei der Aufnahme Ausstrahlung der Sendung im Einsatz.

Die Aufbewahrung der Requisiten mutet und erinnert einem an ein Brockenhaus

Weiter geht es wieder durch lange Gänge, und wir kommen zur Aufbewahrung der Requisiten, oder wie man es auch nennen könnte: zum Brockenhaus der Schweizer Fernsehens. Alte Radios, Telefonapparate, Möbel, Lampen und und und – eine wahre Fundgrube für Sammler alter Gegenstände! Doch braucht es  für die Herrichtung eines Studios für eine bestimmte Sendung viel mehr als Brocki-Ware. So besuchen wir auch die Räumlichkeiten, wo Schreiner, Maler, Schlosser, Feinmechaniker, Beschrifter tätig sind, 170 Personen an der Zahl. Sie alle tragen bei, dass wir bei den diversen Livesendungen wie etwa der Tagesschau und bei Live-Aufzeichnungen, z.B. Arena oder Club ansprechende Kulissen und Studios sehen.

Studio 8: Hier entstehend die Live-Sendungen, wie z.B. Tagesschau, Arena, Club

Die genannten Sendungen werden übrigens im Studio 8 gemacht, welches vielfältig genutzt werden kann. Wir waren sehr von der Grösse, respektive der Kleinheit des Arena-Raums überrascht. Dank gezielter Technik, wie Weitwinkelkameras, nur runden Kulissen, die nicht begrenzen, wirkt ein kleiner Raum im Fernseher viel grösser. Grösser als erwartet erschien uns dann das Sportstudio, respektive das „NSC“, News und Sportzentrum. Deshalb ist es dort auch notwendig, dass auf dem Boden viele Punkte mit Städtenamen markiert sind, und die Regie z.B. dem Sportmoderator Salzgeber mitteilen kann, „auf Paris zu stehen“, damit die richtige Position bei der richtigen Kamera eingehalten wird.

Studio wird vorbereitet für die Sendung Arena

Im News-Room erfahren wir zum Abschluss der kurzweiligen Führung vieles über die Produktion einer News-Sendung: von der Themen-Recherche, die bereits frühmorgens beginnt, über die Aufgaben des Produzenten bis zur Vorbereitung der Moderatorin und des Moderators in der Maske ( strikt nach Zeit: Frauen 50 Minuten, Männer 20 Minuten) und schliesslich das Einschalten der Roboterkamera mit Teleprompter bis zum Moment, wo wir am Fernseher vernehmen:

„Zeit um auf das Wichtige des Tages zu schauen, guten Abend“!

Impression aus dem Sportstudio
 

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