4 min 24. Jul 2023 Berichte

The Circle – Gross-Stadt-Erlebnis ohne Dichte-Stress

In mondäne, internationale Stadt-Architektur eintauchen, und mehr über diesen zukunftsweisenden Gebäudekomplex erfahren? 45 Seniorinnen und Senioren von ZSS liessen sich diese Chance nicht entgehen, trotz hochsommerlichen 34 Grad an diesem Julitag.

Bericht von Cäcilia Hänni

The Circle vom Ausgang Flughafen her betrachtet (Bild von Barbara Neff

«The Circle» ist ein architektonisches Meisterwerk in Design und Technik. Er erweitert das Einkaufs- und Dienstleistungsangebot vom Flughafen Zürich um weitere 180’000 m2 Nutzfläche und macht das Gebiet Flughafen zu einem internationalen Hub nicht nur für Flugreisende und Dienstleistungen aller Art. Er bietet Raum für 6’500 Arbeitsplätze, 550 Hotelzimmer in zwei Hotels, ein Kongresszentrum für bis zu 2’500 Gäste, ein hochmodernes Ambulatorium des Universitätsspitals Zürich mit einem breiten Diagnose- und Therapieangebot sowie medizinischer Forschung. Daneben gibt es weitere Gesundheitsangebote und eine Vielzahl von Shopping Möglichkeiten im mittleren bis gehobeneren Segment.

Hauptplatz in der Ladenpassage. Quelle: https://www.thecircle.ch/de/medien

Während im Flughafen selbst oft ein hektisches Menschengewuschel herrscht, geht es in den verwinkelten Gassen und Höfen und den Geschäften des Circle eher ruhig und entspannt zu. Für einige Geschäfte wohl noch etwas zu ruhig. Bei unserem Besuch sind die Innenhöfe mit leicht anmutenden Gartenstühlen, Sitzen und Sonnenschirmen ausgestattet – ein perfektes Ferienambiente. Je nach Standort weht ein kühlender Wind durch die Gassen.

Angebote auch für Einheimische attraktiv
Was im Internet als Dienstleistungs- und Einkauferlebnis für internationale Kundschaft angepriesen wird, wird mindestens so oft von der einheimischen Bevölkerung frequentiert. Dies nicht zuletzt auch wegen der vielfältigen Gesundheitsdienstleistungen.

Durch die verwinkelten Gassen flanieren, Schaufenster studieren oder richtig einkaufen, die unterschiedlichen Fassaden bestaunen, im Butzenbühlpark spazieren, unter Bäumen verweilen und zum Abschluss in einem der Restaurants im Erdgeschoss oder im Dachrestaurant im 7. Stock einen Kaffee, einen Apéro oder ein feines Essen geniessen – verlockende Aussichten für einen weiteren Besuch auf eigene Faust an einem schönen Tag. 

Idee entstand auf einer Papierserviette 
Alles begann vor über einem Jahrzehnt mit einer Skizze auf einer Papierserviette, welche der Japaner Stararchitekt Riken Ymanmoto bei einem Gespräch mit dem CEO der Flughafen AG entwarf. Das Endergebnis kommt dieser Idee verblüffend nahe. Zwischen 2015 – 2020 entstand auf der grössten Hochbaustelle der Schweiz auf einer Grundfläche von 30’000 m2 auf 11 Stockwerken das Sechsfache an Nutzfläche, wovon 8 Stockwerke über Grund liegen.

Luftaufnahme von The Circle und dem Park Butzenbühl
Quelle: https://www.thecircle.ch/de/medien

Vier Gebäudeteile reihen sich in der Form eines Bumerangs um den Fuss des Butzenbühl-Hügels. Der 80’000 m2 grosse Erholungspark lädt mit Spazierwegen, Teich, Wasserspiel, , Grillstellen, Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Mit einer kleinen Stand-Kabinenbahn erreicht man den Hügel auch ganz ohne Anstrengung. 

Der Gebäudekomplex gehört zu 51 % der Flughafen AG und zu 49 % der Swiss Life. Die Baukosten beliefen sich auf über eine Milliarde Franken und die Bauzeit betrug rund 6 Jahre.

Die grössten Fremdmieter sind das Universitätsspital, wo heute rund 400 Mitarbeitende tätig sind sowie die Hotelkette Hyatt.

Innovatives Gebäudekonzept
Der Bau ist auch ein Meisterwerk hinsichtlich Energie- und Ressourcenmanagement. Er ist Leed zertifiziert (amerikanischer Standard für nachhaltiges Bauen) ähnlich dem europäischen Minergie-Konzept.

19 Grad geneigte Glasfassade zum Flughafen hin (Foto: Erich Kohler

Die absolut schalldichten Fensterfronten tragen auch zu einem ausgewogenen Raumklima im Innern bei. Sensoren an den Fenstern steuern je nach Sonneneinstrahlung Wärme und Kühlung. Der um 19 Grad geneigte Winkel der Fensterfronten leitet einen Teil des Schalllärms ab, so dass dieser nicht rechtwinklig auf die Fassaden trifft.

Eine der vier Klimazentralen 30 m im Untergrund

Die Wärme-/Kälte- und Warmwasserversorgung ist in mehrere Einheiten an verschiedenen Standorten aufgeteilt.

Über 950 Erdpfähle, welche in 12 bis 50 m Tiefe reichen, wirken als Stützen und speichern gleichzeitig die Abwärme des Gebäudes. Diese wird für die Energiegewinnung genutzt (Anergie). Zusammen mit den Solaranlagen auf dem Dach funktioniert das Gebäude so bei normalen Verhältnissen autark. In extremen Situationen kann auf die Energieversorgung des Flughafens zurückgegriffen werden. Auch das nicht belastete Brauchwasser wird nochmals genutzt für die WC-Spülungen.

Noch sind nicht alle Räume vermietet

Impressionen von einer noch vermieteten Etage im Rohbau. Bild: Cäcilia Hänni

Der Blick vom zweitobersten eines Gebäudes auf das Geschehen am Flughafen beeindruckt. Und auch im Untergeschoss wartet noch ein fensterloser, über mehrere Stockwerke hoher Raum mit einer Fläche grösser als die einer Turnhalle auf seine Nutzung. In Erinnerung an die beiden legendären Clubs BLACKROCK und AlpenRock House, welche dem Bau weichen mussten, könnten sich die Investoren hier wieder einen Club vorstellen. Bisher fand sich jedoch noch niemand, der sich dieses Projekt erwärmen liess.

So bietet das Leuchtturmprojekt ein grossartiger Weitblick und birgt im wahrsten Sinne des Wortes auch dunkle Geheimnisse, die es noch auszuleuchten gilt.

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