Weiterverwenden statt verschrotten
132 von Tertianum ausrangierte Laptops, Tablets und Smartphones werden künftig in internationalen Bildungsprojekten eingesetzt. Das Projekt ist eine gemeinsame Aktion von Tertianum und dem Verein «Labdoo». Für die Schweizer NGO ist digitale Teilhabe eine Grundvoraussetzung für Chancengerechtigkeit.
Text: Eva Zwahlen
2025 integrierte Tertianum sieben Betriebe in die Gruppe. Im Rahmen dieser Integration erhielten alle neuen Standorte standardisierte Hard- und Software. Damit will Tertianum Prozesse vereinheitlichen, gruppenweit einen gemeinsamen IT-Standard sicherstellen und die Betriebe im Alltag entlasten.
Gelöscht und neu aufbereitet
Mit der Erneuerung der IT-Infrastruktur stellte sich auch die Frage, was mit den ersetzten Geräten geschieht. Tertianum setzt bewusst auf Weiterverwendung statt auf Entsorgung. Bei der diesjährigen Ersatz- und Sammelaktion kamen insgesamt 132 Geräte zusammen – von Laptops über iPads bis zu Smartphones. Bevor die Geräte ein zweites Leben erhalten, werden sie auf Herz und Nieren geprüft. Tertianum arbeitet dazu mit der Firma CBA Computer Broker AG zusammen. Das Unternehmen stellt sicher, dass sensible Daten gelöscht werden und bereitet die Geräte für ihren weiteren Einsatz vor.
Digitale Teilhabe und Kreislaufwirtschaft verbinden
Anschliessend übergab Tertianum die Geräte dem Verein Labdoo. Seit 2015 rüstet dieser in der Schweiz ausrangierte Geräte mit Bildungssoftware aus und stellt sie weltweit Schulen mit eingeschränktem Zugang zu digitaler Infrastruktur sowie Bildungsprojekten zur Verfügung. Ziel der NGO ist es, den digitalen Graben ökologisch verantwortungsvoll zu schliessen. Frank Geisler, Präsident von Labdoo, betont die Bedeutung aus Bildungsperspektive: «Digitale Teilhabe ist heute eine Grundvoraussetzung für Chancengerechtigkeit. Wer keinen Zugang zu digitalen Lernressourcen und Tools hat, ist in einer zunehmend digitalisierten Welt benachteiligt.» Auch aus ökologischer Sicht sei die Weiterverwendung zentral, sagt der Labdoo-Präsident: «Nachhaltige Digitalisierung bedeutet, digitale Infrastruktur ressourcenschonend zu nutzen. Jedes Gerät, das weiterverwendet wird, reduziert Elektroschrott und verlängert den Lebenszyklus wertvoller Ressourcen.» Wohin die Geräte gehen, stehe derzeit noch nicht definitiv fest, betont Frank Geisler.
Was für Tertianum ausgedient hat, wird andernorts zum Lernwerkzeug. Die Sammelaktion zeigt, wie Kreislaufwirtschaft und digitale Bildung miteinander verbunden werden können. Angel De La Nava, Senior Projektleiter IT und Verantwortlicher dieses Projekts, sagt: «Mit dieser Spendenaktion wollten wir am internationalen E-Waste Day vom 14. Oktober auf die Wichtigkeit des Recyclings von Elektrogeräten aufmerksam machen.» Für Tertianum sei es wichtig, dass Geräte auch später noch sinnvoll eingesetzt werden können, betont er.


