4 min Ausgabe Nr. 3 | 2023

Freiwillige helfen Krebskranken

Mit fachlicher Beratung und der Hilfe von Freiwilligen zeigt die Krebsliga Zürich Krebskranken neue Perspektiven auf. Sie lindert dadurch Leiden und stärkt Hoffnung und Lebensmut.

Engagement bildet das Grundgerüst, auf dem die Krebsliga Zürich seit ihrer Gründung im Jahr 1957 aufbaut. Dabei ist unser Engagement von vier Visionen durchtränkt: Wir setzten uns unermüdlich dafür ein, dass weniger Menschen an Krebs erkranken, weniger Menschen an den Folgen von Krebs leiden und sterben, mehr Menschen von Krebs geheilt werden und Krebsbetroffene sowie ihre Angehörigen die notwendige Zuwendung und Hilfe erfahren.

Diagnose Krebs als Zäsur
Die Diagnose Krebs markiert im Leben eine schwere Zäsur. Betroffene erzählen uns, wie sie plötzlich ein tiefer Schmerz und eine fürchterliche Leere überwältigt. So ist das alte Leben weit weg und das neue zumeist mit vielen Fragezeichen versehen: Wie sage ich es meinem Partner? Wie erkläre ich es meinen Kindern, dem Freundeskreis, meinem Arbeitgeber? Werde ich wieder gesund?

Unsere Mitarbeitenden beraten und informieren

Vielfältige Hilfestellungen
Inmitten der eingetretenen Orientierungslosigkeit schaffen unsere Fachpersonen bei den Betroffenen mit einem breiten Unterstützungsangebot zuallererst: Ordnung. Doch was bedeutet das konkret? Wir füllen zum Beispiel mit ihnen Dokumente aus, formulieren Anträge oder bereiten sie auf Gespräche mit Fachleuten oder ihren Liebsten vor. In besonderen Härtefällen entlasten wir sie finanziell bei Engpässen. Weiter unterstützen wir Krebsbetroffene bei der gesundheitlichen Vorausplanung für den Fall der Urteils- unfähigkeit. Während der psychoonkologischen Therapie begleiten wir sie mit ausgeprägtem Feingefühl dabei, einen Umgang mit der Erkrankung und den

Folgen der Behandlung zu finden. Unsere ambulante Onko-Rehabilitation und das Kursprogramm aus Bewegungs-, Kreativ- und Entspannungsangeboten stärken und kräftigen Krebsbetroffene. Unterstützt werden auch ihre Angehörigen für die Herausforde- rungen des täglichen Lebens mit der Krankheit. Und last but not least können Betroffene und ihre Liebsten in unseren Begegnungszentren, dem «Wäldli» in Zürich und dem «Turmhaus» in Winterthur, neue Kräfte tanken. Das geschieht im gegenseitigen Austausch, zum Beispiel bei einem Brunch mit Menschen in ähnlicher Lebenslage.

Austausch zwischen Betroffenen und Freiwilligen

Um unsere vier Visionen im täglichen Kampf gegen den Krebs zu verwirklichen und Krebsbetroffenen kostenlos unser umfangreiches Angebot zur Verfügung zu stellen, sind wir als gemeinnütziger Verein einerseits auf die finanzielle Unterstützung durch Spenden von Privatpersonen, Stiftungen und auf Erbschaften und Legate angewiesen. Andererseits können wir jede Woche auf das Engagement von Freiwilligen zählen, welche durch ihre Arbeit einen tiefgreifenden Unterschied im Leben von Krebsbetroffenen und ihren Angehörigen machen.

Im Alter Neues lernen
Die Erfahrung des sinnstiftenden Engagements macht beispielsweise Therese Jost, die sich seit der Eröffnung des Begegnungszentrums Wäldli für Krebsbetroffene und deren Angehörige freiwillig ein- setzt. Die 71-Jährige hatte 2012 ebenfalls Brustkrebs und engagiert sich heute tatkräftig im «Wäldli» – bei- spielsweise bei der Vorbereitung eines Brunchs. Während des Essens entstünden sehr interessante Gespräche mit den Betroffenen. Überhaupt sei der Kontakt mit Menschen aus verschiedenen Altersgruppen für sie «sehr bereichernd und befriedi- gend». «Freiwilliges Engagement ist für mich eine weitere Chance, auch im Alter Neues zu lernen», bekräftigt Jost.

«Bereichernd und befriedigend», diese Erfahrung macht auch Catherin Hedinger, die Krebs aus ihrem Familien- und Freundeskreis kennt. Durch interessante Gespräche mit Krebsbetroffenen lerne sie als Freiwillige weitere Lebensperspektiven kennen. «Der Austausch, der natürlich nicht immer auf Krebs beschränkt ist, bereichert mich enorm», so die 64-Jährige. Einige Begegnungen seien so berührend, dass sie Hedinger auch lange danach beschäftigten.

Trainieren Sie in unseren Kursen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit

Gespräche lebensbejahend

Es ist eben dieses Sinnstiftende, das auch Leo Berginz zu seinem freiwilligen Engagement motivierte. Im Begegnungszentrum «Turmhaus» in Winterthur leitet er unter anderem zwei Jass-Clubs. Beide Gruppen treffen sich monatlich einmal zum Schieber- oder Bieter-Jass. «Sie tun dies mit grossem Engagement und freuen sich nach dem Ende bereits wieder auf den nächsten Termin», so der 70jährige. Während seinem Freiwilligeneinsatz lerne er un- glaubliche Menschen und Lebensituationen kennen. Dabei seien die Gespräche alles andere als nur traurig, sondern «sehr lebensbetonend und lebensbejahend.»

Freiwillige Einsätze oder Spenden
Möchten auch Sie sich freiwillig für Krebs- betroffene engagieren? Marlene Elischka freut sich auf Ihren Anruf oder Ihre Mail: Telefon: +41 44 388 55 13, E-Mail: marlene.elischka@krebsligazuerich.ch

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