Tiere unterm Weihnachtsbaum
Spätestens wenn es draussen kälter wird und überall Weihnachtsmusik erklingt, beginnen die meisten von uns über Geschenke nachzudenken. Ein Geschenk soll Freude bringen und das Herz berühren. In manchen Fällen bringt es sogar Leben ins Haus.
Gerade in der Weihnachtszeit sind wir nicht ganz so standhaft. Da ist es schnell passiert, dass man sich von glänzenden Kinderaugen anstecken lässt: «Oh bitte, einen Hund! Den wünsche ich mir schon sooo lange und ich werde auch ganz bestimmt gut auf ihn aufpassen und jeden Tag Gassi gehen!».
Doch bevor man so einen Wunsch erfüllt, ist es wichtig, sich einen oder besser zwei Momente Zeit zu nehmen für grundlegende Überlegungen. Denn ein Tier ist kein Geschenk wie jedes andere – es ist ein Lebewesen, das Liebe, Zeit und Verantwortung verdient.
Ein neues Familienmitglied will gut überlegt sein
Ein Hund, eine Katze oder auch eine Gruppe Meerschweinchen bringt Freude, Zuneigung und Abwechslung ins Leben. Aber: Alle in der Familie müssen einverstanden sein.
Darum ist es wichtig, vorher einige Fragen zu
klären:
- Wer kümmert sich täglich um das Tier –
egal bei welchem Wetter oder wie viel sonst noch ansteht? - Ist genug Platz da und dürfen Tiere in der
Wohnung überhaupt gehalten werden? - Wer schaut zum Tier, wenn Ferien oder
Spitalaufenthalte anstehen? - Und nicht zuletzt: Reichen die finanziellen
Mittel auch für Tierarztkosten?
Gerade der finanzielle Aufwand wird häufig unterschätzt. So kann eine medizinische Behandlung schnell ein Vielfaches von dem kosten, was man für das Meerschweinchen bezahlt hat. Bei Hund und Katze fallen schnell mehrere Tausend Franken an. So landen leider jedes Jahr viele Tiere bei uns im Tierheim, weil die Halter*innen sich die Behandlungskosten nicht leisten können oder wollen.
Woher soll das Tier kommen?
Wer sich bewusst für ein Tier entscheidet, findet im Tierheim oft treue Gefährten, die auf einen liebevollen Lebensplatz warten. Die Tierpfleger*innen kennen ihre Schützlinge gut und beraten ehrlich, ob Tier und Mensch zusammenpassen.
Auch Zuchten können gute Anlaufstellen sein – wichtig ist aber, dass sie seriös arbeiten. Vorsicht ist bei Internet-Angeboten: Manche Tiere stammen aus fragwürdigen Verhältnissen und bringen gesundheitliche oder seelische Belastungen mit. Zudem ist hier eine weiterführende Beratung bei Problemen selten gegeben.
Kein Platz unter dem Weihnachtsbaum
So schön die Vorstellung glänzender Kinderaugen auch ist: Ein Tier als Überraschungsgeschenk unter dem Baum ist keine gute Idee. Wenn das neue Familienmitglied (zunächst) nicht so zutraulich ist wie erhofft oder mehr Arbeit macht als gedacht, wird die anfängliche Freude schnell zum Frust und das Tier wird vernachlässigt oder einfach abgeschoben.
Darum: Besser gemeinsam überlegen, informieren und die Entscheidung in Ruhe treffen. Wer gemeinsam die Ankunft eines tierischen Freundes plant, hat so auch noch die ganze Vorfreude.
Tierische Freude ohne Tierleid
Wer jemandem eine Freude machen möchte, ohne gleich ein Tier zu verschenken, hat viele wunderbare Möglichkeiten:
- Tierpatenschaften bei Tierheimen oder
Gnadenhöfen – sie helfen Tieren in Not und bringen gleichzeitig Freude. - Spenden im Namen einer geliebten Person – das ist ein Geschenk mit Herz.
- Geführte Naturerlebnisse – etwa ein
Ausflug zu Bibern und anderen Wildtieren
oder in den Wildnispark. - Oder ein Plüschtier für die kleinen Tierfreunde – zum Kuscheln ganz ohne Verantwortung.
- Ein gutes Buch über die Haltung des
Wunschtiers sowie Zubehör als gemeinsame Vorbereitung steigert die Vorfreude.
Sicherheit zur Weihnachtszeit – für unsere tierischen Freunde
Wer mit Haustieren Weihnachten feiert, kann einiges dafür tun, dass es auch für unsere tierischen Freunde ein entspanntes (und gefahrloses) Weihnachtsfest wird:
- Schokolade und Xylit: Schon kleine Mengen sind für Hunde und Katzen giftig (Achtung bei essbarem Baumschmuck!).
- Geschenk- und Lametta-Bänder: Verschluckt können sie lebensgefährlich werden.
- Duftöle, Räucherstäbchen und Sprays:
Reizen Atemwege und sind für viele Tiere
unverträglich. - Christbaumkugeln und Kerzen: Lieber so
platzieren, dass keine Pfote und kein Fellschwanz drankommt. - Pflanzen wie Weihnachtsstern, Mistel oder Amaryllis: Hübsch, aber giftig.
Weitere Tipps zu frohen Festtagen mit dem Haustier finden Sie unter zuerchertierschutz.ch/festtage
Damit steht einem entspannten Weihnachtsfest für Sie und Ihren Vierbeinern nichts mehr im Weg.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen tierisch gute Weihnachtsgeschenke, die auch über die Feiertage hinaus noch viel Freude bereiten.