Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans …?
Sich ein neues Hobby zulegen, das Ungewohnte suchen: Aktiv sein bedeutet mehr, als sich körperlich zu bewegen. Warum lohnt es sich gerade für ältere Menschen, Neues zu lernen?
Von Stefan Boss, Foto: Renate Wernli
«Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr», lautet ein Sprichwort. Immer mehr weist aber darauf hin, dass dieses falsch ist oder zumindest zu Missverständnissen führen kann. Neue Erkenntnisse der Hirnforschung unterstreichen jedenfalls die Vorteile des Lernens im Alter.
Ein reges Geistesleben ist ein wesentlicher Faktor, um das Gehirn jung zu halten. Das Gehirn ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. In einem Experiment lernten 60-Jährige das Jonglieren mit drei Bällen neu. Bei den Teilnehmenden nahm die graue Nervenzellensubstanz des Gehirns zu und es entstanden neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen. Obwohl im Alter die Zahl der Nervenzellen im Gehirn generell abnimmt, geht man heute davon aus, dass sich auch neue bilden können.
Zentral für das Gehirn ist ebenfalls der Austausch mit anderen Menschen. Dies betont auch Simon Heiniger, Geschäftsleitungsmitglied von Pro Senectute Kanton Zürich und Abteilungsleiter für Begegnung und Gesundheit. «Es ist sehr wichtig, dass man im Alter andere Menschen trifft und sich mit ihnen austauscht.» Durch einen Kursbesuch können neue Kontakte entstehen.
Schon gewusst? Wer sich beim Lernen auf ein neues Gebiet wagt, aktiviert sein Gehirn noch besser. Ein zahlenorientierter Banker, der noch nie tanzte, profitiert also besonders von einem Tangokurs. Vielleicht wäre es an der Zeit, das alte Sprichwort umzumodeln: Was Hänschen nicht lernt, kann Hans später noch lernen.
Bereit, etwas Neues zu lernen? Pro Senectute Kanton Zürich bietet über 300 vielfältige Kurse an – von Gymnastik über Kunsthandwerk bis zu neuen Sprachen. Entdecken Sie aktuelle Kurse in Ihrer Nähe: pszh.ch/begegnung
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Pro Senectute Kanton Zürich.