Winterplätze für Wildtiere
4 min Lesezeit

Winterplätze für Wildtiere

Wenn die Tage wieder kürzer werden und der Winter naht, sind Wildtiere im Siedlungsgebiet auf geeignete Verstecke und genügend Nahrung angewiesen. Doch in unseren aufgeräumten Gärten fehlt es oft an beidem. Mit einfachen Massnahmen helfen Sie Wildtieren, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Wir erklären, worauf es ankommt.

Im Herbst bereiten sich viele Wildtiere auf den Winter vor. Der Igel frisst sich Reserven an, von denen er während des Winterschlafs zehrt. Die Erdkröte macht sich zu ihrem Winterquartier auf, um sich in ein geeignetes Erdloch zu verkriechen. Das Eichhörnchen legt noch möglichst viele Futterdepots an.

Warum Wildtiere unsere Hilfe brauchen
Kälte, Frost und Schnee kosten die Tiere viel Energie, während Nahrung knapper und schwerer erreichbar wird. Gleichzeitig verschwinden im Siedlungsraum viele Strukturen, die Tieren beim Überwintern helfen, wie Laub- und Holzhaufen, samenreiche Pflanzen oder ungestörte Gartenecken. Ohne diese gehen wichtige Winterquartiere und Nahrungsgrundlagen verloren. Umso wichtiger ist es, Wildtiere rund um Haus und Garten gezielt zu unterstützen.

Mut zur Unordnung
Mit einfachen Massnahmen können Sie auf Ihrem Balkon, dem Fensterbrett oder im Garten Raum für Wildtiere schaffen und ihnen durch den Winter helfen. Zeigen Sie dabei Mut zur Unordnung. Denn in einem aufgeräumten, sterilen Garten finden Wildtiere kaum geeignete Verstecke und Futter. Schichten Sie stattdessen grosse Laub- und Asthaufen auf. Hier können sich Igel, aber auch Erdkröten für den Winter zurückziehen. Oder bauen Sie einen Steinhaufen, in dem sich Eidechsen, Blindschleichen oder Spitzmäuse verstecken. Eine Scheiterbeige ist wertvoll für Schnecken, Spinnen und Fledermäuse, die sich zum Überwintern gerne zwischen die aufgeschichteten Hölzer zwängen. Und selbst ein Komposthaufen dient erstaunlich vielen Tieren als warmes Versteck.

Winterquartiere für Insekten
Auch Insekten sind auf geeignete Winterquartiere angewiesen. Viele Käfer überwintern in Spalten alter Baumrinden oder zwischen den Holzlatten eines Gartenhäuschens. Andere Insekten sterben nach der Eiablage, während der Nachwuchs als Ei, Raupe oder Puppe bis zum nächsten Frühling überwintert. Dafür brauchen sie geeignete Rückzugsorte wie offene, sandige Böden für Wildbienen, ungemähte Blumenwiesen, moosige Stellen sowie abgestorbene, markhaltige Pflanzenstängel von Brombeeren, Himbeeren und anderen Pflanzen.

Einheimische Pflanzen als Futterquelle
Einheimische Wildblumen, -stauden und -sträucher bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot für viele Wildtiere, ob im Garten, auf dem Balkon oder dem Fensterbrett. Besonders geeignet sind Eberesche, Wildrose, Efeu, Disteln, Sonnen- oder Ringelblumen. Sie tragen auch im Spätherbst und Winter noch Früchte oder Samen und sind deshalb für unsere Wildtiere deutlich wertvoller als exotische Zierpflanzen. Im Frühling locken die Pflanzen dann viele Insekten an, die Igeln, Vögeln und vielen weiteren Tieren als Nahrung dienen.

Wichtig zu wissen: Wildtiere zu füttern ist im Kanton Zürich seit 2023 verboten. Als Ausnahme ist es weiterhin erlaubt, ein Futterhäuschen für Singvögel aufzustellen. Notwendig ist dies nicht, da Tiere in der Regel selbständig ausreichend Nahrung finden. Wenn Sie die Vögel aber gerne beobachten, achten Sie auf geeignetes Futter, einen katzensicheren Ort sowie ein Futterhäuschen, das so gebaut ist, dass das Futter nicht durch Kot verunreinigt wird. Reinigen Sie das Futterhäuschen zudem regelmässig und gründlich mit heissem Wasser, da verdorbene Futterreste Krankheiten übertragen können.

Ein idealer Steinhaufen bietet viele Hohlräume, hat einen  lockeren Untergrund, enthält auch Totholz und ist von Pflanzen umwachsen.
Ein idealer Steinhaufen bietet viele Hohlräume, hat einen lockeren Untergrund, enthält auch Totholz und ist von Pflanzen umwachsen.

Unsere Tipps für mehr Natur auf dem Balkon und im Garten

  • Setzen Sie auf einheimische Sträucher, Stauden und Wildblumen mit Beeren, Samenständen und wertvollen Verstecken.
  • Lassen Sie verblühte Stauden und hohle Pflanzenstängel bis ins Frühjahr stehen.
  • Schichten Sie Laub, Äste und altes Holz in ruhigen Ecken zu kleinen Haufen auf.
  • Lassen Sie einzelne sonnige Bodenstellen offen, statt alles zu bepflanzen, abzudecken oder zu versiegeln.
  • Verzichten Sie auf Pestizide, Schneckengift und ähnliche Produkte.

Weitere Informationen, Ideen und Anleitungen finden Sie auf der Website des Zürcher Tierschutz: www.zuerchertierschutz.ch/biodivers-2026

Zürcher Tierschutz
Zürichbergstrasse 263, 8044 Zürich
Tel.: 044 442 14 00
E-Mail: info@zuerchertierschutz.ch

Bildnachweis zum Hauptbild: Adobe Stock.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Tierschutz.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Kurzzeitpflege als wertvolle Entlastung
Teil 2

Kurzzeitpflege als wertvolle Entlastung

Manchmal kann die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen vorübergehend nicht gewährleistet werden: genau hier setzt die Kurzzeit- und Entlastungspflege an. Ein Angebot, das Sicherheit und Erholung schenkt – ohne langfristige Verpflichtungen.

Beitrag lesen
Tanz und Lebensfreude

Tanz und Lebensfreude

Tanzen ist weit mehr als nur Zeitvertrieb und Bewegung zum Takt der Musik. Tanzen macht Spass, lässt uns den Alltag vergessen, fördert die Gesundheit und die Verbindung zu anderen Menschen.

Beitrag lesen
Immer mehr Gewalt und Betrug gegenüber Älteren

Immer mehr Gewalt und Betrug gegenüber Älteren

«Jeden zweiten Tag schlagen Telefonbetrüger zu und haben im Jahr 2023 insgesamt 5,8 Millionen Franken ergaunert», titelten die Medien am 24. Januar.

Beitrag lesen