KI als «internationales Verblödungsprogramm»
Charles Lewinsky faszinierte mit einer Lesung aus seinem neuesten Buch «Täuschend echt» die über 100 Anwesenden. Sie waren kürzliche der Einladung von ZSS zum Adventsanlass im Alterszentrum Hottingen in Zürich gefolgt
Von Barbara Gasser, Text und Urs Bösch, Fotos, Vorstandsmitglieder ZSS
Der Schriftsteller Charles Lewinsky sagte an der Lesung im Dezember, sie sei besonders: «In der Regel bin ich der älteste im Saal, das scheint heute nicht der Fall zu sein.» Er klärte, dass es in «Täuschend echt» um den Zusammenhang zwischen Technik und Wirklichkeit gehe.
Lewinsky stellte die Hauptperson kurz vor. Es ist ein Mann, der für eine Agentur Werbung für Frühstücksmüesli macht – jedoch arbeitslos wird. Dieser Mann beginnt, sich mit KI auseinanderzusetzen und lässt, am Anfang nur aus Neugierde, Texte von KI schreiben. Im Buch sind diese Stellen mit kursiver Schrift gekennzeichnet. «Genau so wurden sie von der künstlichen Intelligenz vorgeschlagen.» Der Schriftstelle bezeichnete KI, die diese teilweise abstrusen Inhalte hervorbrachte, als «internationales Verblödungsprogramm». Als Test habe er Informationen zu seiner eigenen Person gesucht. «Ich habe mich sehr gefreut über die vielen Literaturpreise, die ich angeblich gewonnen habe …». Woher die fehlerhaften Hinweise kommen, sei nicht nachvollziehbar. Das Interesse des Publikums war geweckt. Etliche kauften das Buch und liessen es vom Autor signieren.
Zwei ZSS-Jubiläen
Das Thema KI war auch an der von ZSS organisierten 20. Alterskonferenz im September aufgegriffen worden. ZSS-Präsidentin Cäcilia Hänni sagte in ihrer Begrüssungsrede: «Die diesjährige Jubiläums-Alterskonferenz war ein voller Erfolg. Wir schauen aber auch auf 40 Jahre ZSS als Verband zurück und stellen fest, dass wir nicht zum alten Eisen gehören, sondern up to date sind.»
Bei einem Zvieri und angeregten Gesprächen unter den Anwesenden fand der letzte ZSS-Anlass dieses Jahres einen schönen Abschluss.

